You'll never walk alone - Mallorca-Camp für verwaiste Geschwister

Wandern auf Mallorca

Unser diesjähriges Camp für verwaiste Geschwister durften wir auf Mallorca verbringen. Wir hatten das große Glück, von der Peter-Maffay-Stiftung auf die Finca „Can Llompart“ in der Nähe von Pollença eingeladen worden zu sein. Die Aufregung unter den elf Jugendlichen und drei Betreuern war natürlich groß und so störte das frühe Aufstehen für den zeitigen Flug niemanden. Wir hatten eine tolle Zeit auf der Insel – mit vielen kleinen und großen Abenteuern.

Gleich zu Beginn besuchten wir die wunderschöne Bucht „Cala Figuera“. Wir hatten uns die Schnorchelausrüstungen unseres Gastgebers ausgeliehen und das klare Wasser der Bucht bot eine tolle Gelegenheit, die Unterwasserwelt zu erkunden.
Eine weitere Bucht entdeckten wir nach einer längeren Wanderung. Von der „Cala Romantiqua“ aus ging es einen steinigen Küstenweg entlang. Wir hatten durchgängig einen weiten Blick über das Meer und stießen auf den bekannten Felsbogen „Cova des Pont“. Diesen Felsbogen hat jeder für sich selbst bezwungen, indem er über den höchsten Punkt gelaufen ist. Symbolisch stand dieser Weg für unser Camp-Thema „You’ll never walk alone“: Jeder muss den Weg für sich selbst bezwingen und doch gehen alle einen ähnlichen und sind nicht allein. Um den Jugendlichen das vor Augen zu führen, erhielten sie am Ende der Felsbrücke ein Armband mit unserem Thema als Schriftzug. Diese Wanderung wurde zusätzlich mit einer ausgiebigen Pause am Strand belohnt, die sowohl zum Baden als auch zum Essen genutzt wurde.

Einmal in den Gang gesetzt, blieben wir gleich in Bewegung und liefen am nächsten Tag auf den Klosterberg „Puig de Maria“. Nach 50 Minuten Laufweg wurden wir mit einem tollen Ausblick über die Halbinsel Formentor überrascht. Das alte Nonnenkloster erwies sich als lohnenswerter Ausflug.

Ein Highlight unserer Zeit auf Mallorca war das Coasteering mit dem Mallorquiner Masio, der von der Stiftung organisiert wurde. Mit ihm sind wir einen kleinen Küstenweg  bei Alcudia entlang geklettert. Mit mehreren kleinen und größeren Klippen, Höhlen, die wir entdeckten, und Felsen, die überwunden werden mussten, wurde dieser Tag zu einem der spannendsten für die Jugendlichen. Wir konnten unsere Grenzen testen, Ängste überwinden, Zusammenhalt lernen und natürlich Spaß haben.

Ganz besonders spannend war die Kayak-Tour in Pollença. In Zweier- und Dreierbooten ging es auf das Meer und dabei war Teamarbeit gefragt, denn nur wer zusammen arbeitet, kommt schnell und in die richtige Richtung voran. Ein kleiner Stopp an einem Strand bot sich zum Schnorcheln an. Außerdem erhielt jeder die Gelegenheit, das Speedboat zu steuern. Ein weiteres Highlight dieser Tour war das Banana-Boot. Was einfach und fast schon langweilig aussah, erwies sich als echte Adrenalinquelle.
Aber wir fanden auch ruhige und fast schon besinnliche Plätze auf Mallorca. So hatte man vom Leuchtturm am Cap de Formentor einen tollen Ausblick auf das Meer. Auch wenn die Anfahrt mit den steilen Serpentinen für große Aufregung sorgte, konnte man an diesem Turm abschalten und seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Neben diesen tollen Ausflügen hatten wir dennoch genug Zeit, um kreativ zu werden. So entstanden schöne Bilder passend zu „You’ll never walk alone“ mit unseren Händen und Füßen. Außerdem bastelten wir schönen Schmuck aus Olivenholz. Wir sägten uns gemeinsam von einem Ast je eine Scheibe ab. Daraus entstanden dann die unterschiedlichsten Schmuckstücke: kleine und große, dicke und dünne. Viele brannten sich mit dem Lötkolben etwas in ihren Anhänger ein und machten Ketten oder Armbänder daraus. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt.

Auch bei unserem Land-Art-Nachmittag wurde es sehr kreativ. Mit Hilfe von Naturmaterialien entstanden kleine Kunstwerke. Das Thema war „Spuren“, welches von den Jugendlichen unterschiedlich interpretiert und gestaltet wurde. Oft entstanden Bilder, im Zusammenhang mit den verstorbenen Geschwistern. Auch Lebenswege, mit Höhen und Tiefen, wurden bildlich dargestellt. All diese schönen Werke mit ihren ganz unterschiedlichen Bedeutungen haben wir am Strand zurückgelassen. An diesem Tag wurde sehr deutlich, wie stark sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen. Durch das gemeinsame Schicksal, ein Geschwisterkind verloren zu haben, entstand sehr schnell ein Zusammenhalt. Die Jugendlichen nutzten nicht nur die gemeinsamen Gruppeneinheiten, um sich untereinander auszutauschen. Sie konnten jederzeit einzeln miteinander über ihre Trauer reden und den Umgang damit in ihren Familien.

Unsere gemeinsame Zeit auf Mallorca ging viel zu schnell zu Ende und so nutzten wir den letzten Tag, um den wunderschönen Sonnenaufgang zu beobachten, frühstücken zu gehen und uns zu verabschieden.
Es war ein tolles Camp für alle. Wir haben viel gelacht und waren voller Freude, aber konnten auch nachdenken und abschalten. Oft waren wir fröhlich und manchmal auch traurig. Es gab viele Gelegenheiten sich auszutauschen und gemeinsam Wege zu gehen. Kurz gesagt: Unsere Zeit auf Mallorca wird uns wohl noch lange im Gedächtnis bleiben.

Eleonore Piehler, studentische Praktikantin

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